Anleitung für das Beringen von Geflügel

1. Warum soll ich meine Tiere beringen?

Damit die Tiere identifiziert und im Herdebuch registriert werden können, müssen sie beringt werden. Nur wenn ein Tier mit seiner Ringnummer im Herdebuch erfasst ist, kann festgestellt werden, wer seine Elterntiere sind und mit wem es verwandt ist. Diese Informationen sind unbedingt notwendig, um Inzucht zu vermeiden und das Tier für die Zucht einsetzen zu können. Zudem kann nur aufgrund der korrekten Meldung aller Tiere im Herdebuch herausgefunden werden, wie viele Tiere einer Rasse am Leben sind.

2. Woher bekomme ich Ringe?

Die Ringe können hier bestellt werden.

3. Wann muss ich die Ringe bestellen?

Wenn man Küken beim ZUN bestellt: Die Ringe können bestellt werden, sobald man die Küken entgegengenommen hat.

Wenn man Eier selber ausbrütet: Die Ringe werden bestellt, sobald die Küken geschlüpft sind, so können sie rechtzeitig versandt werden. In der Regel dauert die Zustellung maximal zwei Wochen.

4. Wann muss ich die Tiere beringen?

Es ist wichtig, dass die Tiere zum richtigen Zeitpunkt beringt werden, da die Ringe den Tieren später zu klein werden und nicht mehr über den Fussballen passen.

Der ideale Zeitpunkt für die Beringung der Tiere ist:

  • Appenzeller Spitzhauben: ca. ab der 6. bis 7. Woche
  • Appenzeller Barthühner: ca. ab der 7. bis 8. Wochen
  • Schweizer Hühner: ca. ab der 6. bis 7. Wochen
  • HIER ALLE RASSEN VERLINKEN

Bei Unsicherheiten ist es besser, schon ab der 5. Woche einen Versuch zu starten, als den idealen Zeitpunkt zu verpassen.

5. Wie muss ich die Tiere beringen?

5.1 Die Schrift muss auf dem Kopf sein

Bitte beringe die Tiere so, dass wenn das Tier auf dem Boden steht, die Ringnummer auf dem Kopf ist.

5.2 Verschiedene Ringe für Hähne und Hühner: Wie erkenne ich Hahn und Huhn auseinander?

Weil die Hähne etwas kräftigere Beine und Füsse haben als die Hennen, sind die Ringe für die Hähne etwas grösser als jene für die Hennen. Manchmal ist es schwierig, bereits bei den Küken das Geschlecht zu erkennen. Deshalb folgende Hinweise dazu:

  • Schweizer Huhn: Beim Schweizer Huhn sind die Merkmale am schwierigsten zu erkennen. Beim Hahn ist der Rosenkamm breiter und röter als beim Huhn. Auch die Kehllappen (Hautfalte unterhalb des Schnabels) ist bereits am Wachsen und rot. Die Füsse und Beine sind kräftiger als die der Hühnchen.
  • Appenzeller Barthuhn: Beim Hahn ist das Gefieder an Brust und Bart schwarz, vereinzelt kann er braune Federchen haben. Der Kamm ist kräftiger und bereits rot. Die Füsse und Beine sind kräftiger. Beim Halsgefieder stossen bereits die neuen Federchen welche goldig glänzen. Beim Huhn sind die Brust und das Bartgefieder hellbraun. Es kommen auch hier braune Federchen zum Vorschein, die aber nicht glänzen.
  • Appenzeller Spitzhauben: Bei den Spitzhauben werden die ersten Hähnchen bereits mit dem Krähen beginnen 😉 Die Hähnchen bekommen nun auch Kehllappen und die Hörnchen (teilweise noch in der Haube versteckt) stossen schon kräftig. Die Hörnchen wie auch die Kehllappen haben eine rote Farbe. Bei den Hühnchen sind die Hörnchen noch klein und farblos, auch die Kehllappen kommen bei den Hühnchen erst kurz vor der Legereife zum Vorschein. Das Hühnchen ist feingliedriger als der Hahn.

Der Ring-Lieferung liegen immer einige Ringe als Reserve bei. Wenn ihr bei einzelnen Tieren unsicher seid, könnt ihr diese auch doppelt beringen und später, wenn der Fall klar ist, den falschen Ring mit einem Seitenschneider abtrennen.

6. Was mache ich nach dem Beringen der Tiere?

6.1 Ringe kontrollieren

Es ist wichtig, bei den heranwachsenden Küken darauf zu achten, dass die Ringe richtig sitzen. Insbesondere bei den Hähnen muss darauf geachtet werden, dass der Ring bei beginnendem Wachstum des Sporns oberhalb davon zu liegen kommt. Dies ist ca. im Alter von 5-7 Monaten der Fall.

6.2 Bestandes-/ Verkaufs-/ und Todesmeldungen

Um die Tiere im Herdebuch erfassen zu können, müssen die Nummern der beringten Tiere dem ZUN gemeldet werden. Dies kann mit einer Bestandesmeldung gemacht werden.

Um das Herdebuch aktuell halten zu können, müssen unbedingt auch alle verkauften, gestorbenen oder geschlachteten Tiere dem ZUN gemeldet werden. Nur so ist es möglich, ein aussagekräftiges Herdebuch zu führen.

Die Bestandes- und die Todesmeldungen müssen mehrmals jährlich gemacht werden, um das Herdebuch aktuell halten zu können. Nur mit der regelmässigen Meldung durch die Mitglieder kann sich der ZUN für eine erfolgreiche Erhaltungszucht einsetzen.

Folgende Angaben werden für die Meldungen benötigt:

Der Buchstabe zwischen A und Z ist die Serie, von jeder Serie gibt es die Nummern 0 – 999.

Eine weitere Zahl 15, 16, 18 oder 20 steht für die Ringgrösse.

Für die Meldungen werden die Buchstaben der Serie A – Z und die Nummer 0-999 (z.B. B455) benötigt.

EE steht für Europaverband, von wo wir, respektive der Tierwelt Shop, die Ringe bezieht.

CH steht für Schweizer Tiere.

21 steht für den Jahrgang.

6.3 Tiere bewerten lassen

Bitte behalte deine Junghähne so lange wie möglich (evt. müssen sie ab einem gewissen Alter von den Hennen separiert werden) und lasse sie im Herbst an einer Tierbesprechung in deiner Region bewerten, damit sie in neue Zuchtgruppen vermitteln werden können. Die Daten für die Tierbewertungen findest du HIER. Ideal wäre es, wenn auch die Hennen, welche für die Zucht eingesetzt werden sollen, an den regionalen Tierbesprechungen bewertet würden.

7. Was mache ich mit überzähligen Ringen?

Die überzähligen Ringe müssen nicht zurück gesendet werden.